Das Projekt MACH'S AUF! wurde am 01. Februar 2022 auf Ö1 vorgestellt. Das Interview wurde mit Hanna Ronzheimer geführt. Das Skript zum Interview gibt es hier zum Nachlesen.

Wissenschaftler*innen müssen sich oft den Vorwurf gefallen lassen, sie betrieben Forschung im Elfenbeinturm. Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft stellt heute gemeinsam mit der Universität für angewandte Kunst sechs Projekte vor, bei denen Wissenschaftler*innen den Bürger*innen dabei helfen sollen, ihre Ideen umzusetzen. Im Fokus des „Action for Sustainable Future Hub“  stehen Themen rund um die UN-Nachhaltigkeitsziele. Im Metalab, einem offenen Raum in der Wiener Innenstadt, kann der junge Netzwerktechniker Oliver Suchanek Möbel und Geräte reparieren, Menschen kennenlernen und neue Ideen umsetzen. Oliver Suchanek ist gehörlos und steht oft vor Hürden.

#I# Angefangen mit der Türklingel, die kein Lichtsystem hat. Das heißt als gehörlose Person würde ich schwer mitbekommen, dass wer an der Tür läutet. #I# 

„MACH'S AUF!“ heißt das Projekt, bei dem Oliver Suchanek mitarbeitet. Angesiedelt ist es bei der Ludwig Boltzmann Gesellschaft, in Zusammenarbeit mit der Angewandten, der Technischen Universität und dem Meta Lab. Ziel ist es, Reparatur-Möglichkeiten wie jene im Meta Lab bekannter zu machen. Und auch, die vielen kleinen Hindernisse im Alltag für gehörlose Menschen abzubauen. Zum Beispiel, indem man eine Lichtklingel einbaut.

#I# Das ist jetzt nicht nur ein Mindset von – wir müssen das alles für die gehörlosen Menschen machen, sondern zum Beispiel vom Lichtsystem können eben auch hörende Menschen profitieren. Wenn sie dasitzen mit Kopfhörern, würden sie das Klingeln dann auch mitbekommen können #I# 

„MACH'S AUF!“ hat sich von 44 Bewerber-Projekten beim „Action for Sustainable Future Hub“ durchgesetzt und bekommt als eines von sechs Projekten eine Förderung von 75.000-100.000 Euro. Nach zwei Jahren will „MACH'S AUF!“ ein Handbuch herausbringen.

#I# Das wir dann auch anderen Hack Spaces, Maker Spaces, Vereinen weitergeben wollen, damit sie danach agieren können um ihre Orte, Vereine barrierefrei zu machen. #I# 

Den Alltag eines gehörlosen Menschen kann man etwa erleichtern, indem man die Maske abnimmt, damit Gehörlose von den Lippen lesen können. Das ist sogar behördlich erlaubt. Oder indem man wichtige U-Bahn Ansagen während der Fahrt verschriftlicht. Oder von Radiosendungen schriftliche Manuskripte anbietet.

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